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Bei Umnutzung oder Sanierung von Gebäuden kann es zu erhöhten Deckenlasten kommen. Wenn die bestehende Deckenkonstruktion nicht tragfähig genug ist, die Bestandsdeckenbalken jedoch erhalten und die Aufbauhöhe möglichst gering bleiben soll, ist das Aufdoppen eine minimalinvasive Lösung zur Verstärkung der Balken.

Beim Aufdoppeln wird ein zweiter Balken über den Bestehenden gelegt und verschraubt. Das Aufdoppeln der Balken dient der Vermeidung von zu hoher Biegezugbeanspruchung im unteren Balken. Es hilft aber vor allem, Verformungen (Durchbiegungen) und Schwingungen für Bewohner und eventuell angrenzende Bauteile wie Türen auf ein akzeptables Maß zu begrenzen.


Vorteile einer Aufsparrendämmung

Effiziente Dämmung
Durchgehende Dämmebene mit nur minimalen Wärmebrücken. Außerdem: Eingriff in den Bestand ist minimal, da die Aufsparrendämmung relativ einfach von oben befestigt werden kann.
Einhaltung der EnEV-Vorgaben
Eine Aufsparrendämmung mit optimaler Befestigung macht das Befolgen der durch den Gesetzgeber in der Energieeinsparverordnung erlassenen Vorgaben einfach.
Ästhetische Gesichtspunkte
Durch eine Kombination aus Zwischensparren- und Aufsparrendämmung bleibt die Dämmschichtdicke für die Aufdachdämmung bei großer Effizienz insgesamt verhältnismäßig dünn.
BAFA und KfW-Förderung
Ein Zuschuss oder Kredit zur Dachdämmung durch das BAFA oder die KfW-Bank ist nur bei ausreichend dicker Dämmung und unter Einbindung eines Energieberaters möglich. Mit einer Kombination aus Aufdachdämmung und Zwischensparrendämmung ist die Anforderung an die erforderliche Dämmung schnell erreicht.

Aufsparrendämmung und Besonderheiten für ihre Befestigung

Grundsätzlich folgt die Befestigung einer Aufsparrendämmung immer dem gleichen Prinzip: Da die Dämmung auf den Sparren aufgebracht wird, muss die darüberliegende Konterlattung durch Schrauben befestigt werden. Diese Schrauben werden durch die Konterlatten, die Aufsparrendämmung und eventuell noch durch eine Schalungsebene in die darunter liegenden Sparren eingeschraubt.

Man unterscheidet bei der Befestigung einer Aufsparrendämmung Schrauben mit zwei unterschiedlichen Aufgaben: Sogschrauben und Schubschrauben. Sogschrauben sichern die Aufdachdämmung gegen abhebende Windsoglasten. Sie werden lotrecht durch die Dämmung in den Sparren geschraubt. Die Schubschrauben verhindern ein „Abrutschen“ des Dachs aufgrund seines Eigengewichts und der Schneelasten. Schubschrauben werden in der Regel in einem Winkel von 45-60° zur Konterlatte eingebracht. Die Befestigung einer Aufsparrendämmung besteht im Kern also aus der Verteilung von Sog- und Schubschrauben über die Dachfläche hinweg. Diese Verteilung richtet sich nach folgenden Maßgaben:

Windlasten auf das Dach

Die Windlasten, die auf ein Dach einwirken, sind nicht überall gleich. Grundsätzlich wird der Windsog zur Mitte eines Dachs hin immer schwächer. In der Mitte des Dachs werden aus statischer Sicht also weniger Sogschrauben benötigt als an Traufe und First. Der Einfachheit und Überschaubarkeit auf der Baustelle wegen, werden die Schrauben aber meist im gleichen Abstand gesetzt.


Schublast des Dachs

Die Schublast des Dachs ist an allen Punkten des Dachs gleich. Man kann entweder die Schubschrauben gleichmäßig über die gesamte Dachfläche verteilen oder ein Schubholz an der Traufe unter jeder Konterlatte anordnen, welches die Dämmebene über die ganze Dämmschichtdicke überbrückt und so die Schublasten aus dem Eigengewicht des Dachs und aus dem Schnee übertragen kann. Mit einem Schubholz können die Schublasten des Dachs also mit insgesamt deutlich weniger Schubschrauben konzentriert an einer Stelle mit leistungsstärkeren Vollgewindeschrauben abgefangen werden.

Unterschiedliche Dachformen und Standorte

Je nach Dachform variieren die Windlasten über das Dach hinweg. Außerdem unterscheiden sich Schnee- und Windlastzonen nach dem Gebäudestandort und der Höhe über NN.

Der fischer Experten-Tipp: Bei der Befestigung der Aufdachdämmung kann man für Sog- und Schubschrauben die gleiche Schraubenlänge nutzen. So muss man beim Befestigen nur den Einschraubwinkel ändern und braucht nicht jedes Mal nachzusehen, ob man die richtige Schraubenlänge erwischt hat. Hierzu ist i.d.R. ein Einschraubwinkel für die Schubschrauben von 60° zu wählen und die Schraubenlänge muss gegenüber der erforderlichen Mindestschraubenlänge insbesondere bei den Windsogschrauben etwas erhöht werden.


Das Zusammenspiel der Schrauben in der Befestigung einer Aufsparrendämmung

Welche und wie viele Schrauben man wo anbringen muss, um die Aufsparrendämmung auf den Sparren zu befestigen, wird also definiert durch Wind-, Schneelast und dem Eigengewicht des Dachs. Außerdem hat die Verwendung eines Schubholzes großen Einfluss und das Anbringen eines Schneefanggitters auf dem Dach ist zu berücksichtigen. Letzteres erhöht die Schublast deutlich.   

Die Bemessung des Materials zur Befestigung der Aufsparrendämmung ist relativ aufwändig und bedarf immer der Überprüfung im Einzelfall. fischer hilft hier: Mit dem Modul Aufdachdämmung als Teil der Software Wood-Fix, welche zur Programmfamilie FIXPERIENCE gehört.

Die Software Wood-Fix, Modul „Aufdachdämmung“

Das Modul „Aufdachdämmung“ der fischer-eigenen Software Wood-Fix macht es Handwerkern leicht, die ideale Schraubenverteilung über jedes Dach zu finden und ermöglicht so ein sehr wirtschaftliches Bemessen der Schrauben. Das Modul wurde mit dem Ziel der Effizienz entwickelt und richtet sich explizit auch an Nichtingenieure. Über die fischer Anwendungstechnik und einige Dämmstoffhersteller kann man ein Abfrageformular anfordern, welches ohne tiefgreifende, statische Kenntnisse ausgefüllt werden kann. Das Abfrageformular soll dazu dienen, alle für die Bemessung erforderlichen Eingabeparameter übersichtlich auf einem Blatt zusammenzutragen.

Die anschließende Bemessung im Modul Wood-Fix ohne tiefgreifende statischen Kenntnisse ist möglich, da viele Werte über Datenbanken im Programm hinterlegt sind. Und das betrifft nicht nur die Baumaterialien, die genutzt werden sollen: Selbst die klimatischen Verhältnisse am Standort fließen zuverlässig und einfach über eine Postleitzahleneingabe in die Bemessung mit ein.

Eine Vielzahl an Dämmstoffherstellern sind außerdem bereits mit ihren Produkten hinterlegt, ebenso wie eine Datenbank bezüglich des Eigengewichts verschiedenster Bedachungen. Die Werte, die selbst eingetragen werden müssen (z. B. Gebäudemaße oder Sparrenabstände) können den Bauplänen entnommen oder ausgemessen werden. Als Ergebnis erhält man u.a. die insgesamt erforderliche Schraubenanzahl bzw. Schraubenabstände sowie Schraubendurchmesser und -längen.

Falls doch eine Hilfestellung erforderlich ist, kann ein Anwendungstechniker von fischer auf Anfrage eine Musterbemessung durchführen.

Die Befestigung der Aufsparrendämmung mit Schrauben von fischer

Nachdem die Eingaben im Modul „Aufdachdämmung“ komplett getätigt wurden, bekommt der Nutzer eine individuelle Schraubenempfehlung. Folgende Schrauben bietet fischer zur Befestigung einer Aufdachdämmung an:

Weitere Werkzeuge für die Befestigung einer Aufsparrendämmung

Damit die Befestigung der Aufsparrendämmung reibungslos verläuft, finden Sie bei fischer die Schlagschrauber FSS 18V 400 BL und FSS 18V 600. Mit ihnen ist schnelles und ergonomisches Arbeiten möglich. 


Zusammenfassung: Befestigung einer Aufsparrendämmung

Eine Aufdachdämmung bietet Vorteile: Effiziente Wärmedämmung, einhalten von EnEV-Vorgaben, dünnes Dämmprofil bei maximaler Wirkung, finanzielle Fördermöglichkeiten.
Die Befestigung einer Aufsparrendämmung wird durch Sogschrauben und Schubschrauben gewährleistet.
Sogschrauben leiten die Windlast ab, Schubschrauben die Eigen- und Schneelast des Dachs.
Da Dächer und Standorte unterschiedliche Anforderung an die Befestigung einer Aufsparrendämmung stellen, muss man die Bemessung der Schrauben für jedes Dach individuell durchführen.
fischer stellt dafür mit Wood-Fix und dem Modul „Aufdachdämmung“ ein einfaches Tool zur Schraubenbemessung zur Verfügung.
Für die Befestigung einer Aufsparrendämmung findet man bei fischer sowohl Sog-, als auch Schubschrauben.
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