Hinterschnitttechnik

Wie funktioniert das Prinzip der Hinterschnitttechnik?

Die Hinterschnitttechnik ist ein Befestigungsprinzip, bei dem ein Verankerungselement (z. B. ein Dübel oder Anker) in einem Bohrloch so fixiert wird, dass es sich hinter der Bohrlochwand mechanisch „verkrallt“. Dabei entsteht ein sogenannter Hinterschnitt: Das Bohrloch wird im hinteren Bereich erweitert, sodass das Befestigungselement beim Setzen eine formschlüssige Verbindung eingeht. Die Lastübertragung erfolgt somit nicht nur durch Reibung (wie bei Spreizdübeln), sondern vor allem durch Formschluss. Typische Anwendungen sind die Befestigung von Fassadenplatten, die Befestigung in Beton und Naturstein oder sicherheitsrelevante Verankerungen.

Vorteile der Hinterschnitttechnik

Hohe Lastaufnahme
Durch den Formschluss werden hohe Zug- und Querkräfte sicher übertragen.
Geringe Rand- und Achsabstände
Die Belastung des Untergrunds ist geringer, was kleinere Abstände zu Kanten und zwischen Befestigungspunkten ermöglicht.
Sichere und dauerhafte Befestigung
Unabhängig von Untergrundqualität (z. B. bei porösem Beton) bleibt die Verbindung zuverlässig.
Keine Spreizkräfte
Es entstehen keine oder nur sehr geringe Spreizkräfte, wodurch das Risiko von Rissen im Untergrund minimiert wird.
Montagesicherheit
Die Setzvorgänge sind kontrollierbar und reproduzierbar, was die Ausführungssicherheit erhöht.
Unsichtbare Befestigung
Das Befestigungselement verschwindet vollständig im Bohrloch, sodass die Oberfläche unversehrt und optisch ansprechend bleibt.

Anwendungsbeispiele der Hinterschnitttechnik

Die Hinterschnitttechnik wird überall dort eingesetzt, wo sichere, dauerhafte und optisch anspruchsvolle Befestigungslösungen gefordert sind. Besonders bei großformatigen Fassaden- oder Glaselementen bietet sie entscheidende Vorteile, da sie eine unsichtbare und belastbare Montage ermöglicht.

  • Fassadenbefestigung: Unsichtbare und sichere Befestigung von hinterlüfteten Fassadenplatten (z. B. Naturstein, Keramik, HPL).
  • Befestigung von Naturstein- und Betonplatten: Montage von schweren Plattenelementen an Gebäudefassaden oder im Innenbereich.
  • Sicherheitsrelevante Verankerungen: Anwendungen mit hohen Anforderungen an Tragfähigkeit und Dauerhaftigkeit, z. B. bei Absturzsicherungen.
  • Befestigung von Glasfassaden: Unsichtbare und spannungsfreie Montage von Glaselementen.
  • Befestigung in porösen oder rissgefährdeten Untergründen: Einsatz in Beton oder Naturstein, wo herkömmliche Spreizdübel nicht geeignet sind.

Alle Zeichen auf Grün: Neues Polizei- und Justizgebäude in Zürich

fischer FZP II Hinterschnittanker sichern die gläserne, grün schimmernde Fassade des PJZ Zürich. Planer und Ausführende standen dabei vor der Herausforderung, die hohen Lasten der Steinplatten auf die Betonkonstruktion einzuleiten.

Zum Referenzprojekt

cd-blue-5dbc8f87c8-jhrpv