Hohe Kunst: fischer verkleidet den höchsten Wolkenkratzer in Jersey City

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Schwindelerregende 274 Meter streckt sich das 99 Hudson in Jersey City (USA) gen Himmel. Wer hier ein- und ausgeht, dem bietet sich nicht nur ein sagenhafter Panoramablick auf die Skyline von Manhattan. Auch der Anblick des Gebäudes selbst ist ein Hingucker: moderne Architektur, die an New Yorker Art déco erinnert, gepaart mit der Eleganz hellen Jura-Marmors. Möglich gemacht durch eine Kombination aus innovativer Fassadentechnik, rund 110.000 fischer FZP II Hinterschnittankern und jeder Menge Erfahrung aus internationalen Großprojekten.

Für die Stadt Jersey City bedeutet der Bau des Wolkenkratzers 99 Hudson vor allem eines: einen weiteren Schritt heraus aus dem Schatten New Yorks. Neubauten wie diese bieten nicht nur mehr Platz und exklusiven Wohnraum für Pendler – Ziel des verantwortlichen Architekturbüros Perkins Eastman war es auch, das gesamte Stadtbild durch die Präsenz des Hochhauses auf ein neues Level zu heben.

Über 20.000 Natursteinplatten aus bayerischem Jura-Kalkstein – auch Jura-Marmor genannt – zieren die Gebäudehülle des 79-stöckigen Wolkenkratzers, die von rund 110.000 fischer FZP II Hinterschnittankern gehalten werden. Durch die enge partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den international beteiligten Unternehmen konnte fischer eine maßgeschneiderte Sonderlösung für die hohen Anforderungen des Großprojekts liefern. Constantin Wiegert, Leiter Fassaden- und Brandschutzsysteme bei fischer SystemTec, betreute das im Jahr 2016 gestartete Bauvorhaben zusammen mit weiteren Experten von fischer bis zu seiner Fertigstellung.

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Vorfertigungsgrad

Bauprojekte in Innenstädten stellen aufgrund des begrenzten Raumangebots häufig eine Herausforderung dar. „Unter anderem deshalb fiel die Entscheidung auf eine Elementfassade, wodurch wir einen enorm hohen Vorfertigungsgrad erreichen konnten. Das ist mit unseren Systemen sehr gut möglich“, erläutert Wiegert. Da es sich bei der Befestigungslösung um ein Gesamtsystem handelt, wurden die jeweiligen Komponenten und Arbeitsschritte auf unterschiedliche Standorte verteilt. „Die Spezial-Bohrmaschinen und -Bohrer lieferten wir an den Natursteinlieferanten Jura Marble Suppliers nach Bayern, wo die Platten direkt mit den Hinterschnitt-Löchern versehen wurden. Die Anker gingen über unseren Importeur PROBE Rainscreen Facade Systems an den Fassadenbauer Gamma in Miami. Dort wurden die Komponenten im Werk zusammengefügt und montagefertig auf die Baustelle geliefert.“ So konnte logistisch wie auch wirtschaftlich höchste Effizienz erreicht werden, was zudem Betriebskosten und Zeit auf der Baustelle vor Ort sparte.


Windlasten

Kein Bauprojekt ist vor unvorhergesehenen Ereignissen oder sich ändernden Rahmenbedingungen gefeit. Im Fall des 99 Hudson forderten neue Simulationen der Windlasten eine schnelle Reaktion und Anpassung der Befestigungslösung. „In vielen Bereichen waren die Windlasten höher als zunächst angenommen“, erinnert sich Constantin Wiegert. Bis zu 5000 Newton wirken pro Quadratmeter auf die Gebäudehülle. „Bei den verbauten Natursteinplatten entspricht das pro Platte gut und gerne dem Eigengewicht eines Mittelklasse-Pkw. Für unsere Dübel sind solche Kräfte kein Problem, aber der Stein gibt irgendwann nach und bricht kegelförmig um den Anker herum aus.“ Eine schnelle Lösungsfindung stand an oberster Stelle. Neue Berechnungen und Tests führten schließlich zum Ziel: eine Doppelbefestigung. „Dank der spreizdruckfreien FZP II Anker war es möglich, zwei Bohrlöcher im Abstand von fünf Zentimetern zu setzen, damit sich Zug-, Druck- sowie Eigengewichtskräfte sicher ableiten lassen und ohne dass zusätzliche Spannungen im Material entstehen.“

Prüfstandards

Mit dem firmeneigenen Prüffeld am Forschungs- und Entwicklungszentrum Tumlingen hat fischer die Möglichkeit, Prüfungen für jedes Projekt sehr schnell und unter Einhaltung der vorgeschriebenen Prüfabläufe durchzuführen. Das gilt nicht nur für Anwendungen im europäischen Kontext. Auch für die Prüfung nach internationalen Standards ist das fischer Prüffeld ausgestattet. „Beim 99 Hudson waren die Parameter durch den ASTM International Standard, C1354 vorgegeben. Er unterscheidet sich zum Beispiel dadurch, dass die Steine vor Prüfung mehrere Tage in Wasser gelagert werden müssen. Und auch die Methodologie ist eine andere“, erklärt Constantin Wiegert. „Dank der Flexibilität und lösungsorientierten Arbeitsweise unseres Prüflabors war es mit unseren Maschinen und Prüfeinrichtungen jedoch kein Problem, die amerikanischen Standards nachzubilden. Ein großer Vorteil ist, dass wir dabei sehr wirtschaftlich und schnell auf Gegebenheiten reagieren können.“

Das steckt dahinter: der fischer Hinterschnittanker FZP II

Rund 110.000 fischer Zykon Plattenanker der Ausführung 13x30 M8/SO/13 AL befestigen die Jura-Kalkstein-Fassade des höchsten Wolkenkratzers in Jersey City. Die Anker sorgen für eine formschlüssige und daher völlig spreizdruckfreie Befestigung, die von der Gebäudeansichtsseite selbst im Fugenbild nicht sichtbar ausgeführt ist. Anders als bei Randbefestigungen ist mit der Hinterschnitt-Technik die Realisierung einer Elementfassade und werkseitige Vorfertigung möglich. Ergebnis ist eine dauerhaft sicher befestigte, repräsentative Gebäudeansicht.

fischer Zykon Plattenanker FZP II

Der ausgleichende Hinterschnittanker aus Edelstahl für Naturstein

Die unsichtbare Abstandsmontagelösung für schwere Fassadenplatten aus Naturstein. Der Befestigungspunkt wird nach außen nicht sichtbar und sorgt für eine optisch ansprechende und durchgehende Fassadenoberfläche. Durch die Abstandmontage werden Plattendickentoleranzen automatisch ausgeglichen – das macht den fischer Hinterschnittanker einzigartig. Die abgestimmte Form des Hinterschnittankers sorgt für eine formschlüssige und daher spreizdruckfreie Befestigung im konisch hinterschnittenen Bohrloch.


Objektsteckbrief 99 Hudson Street, Jersey City

  • Bauzeit: 2016–2020
  • Objektart: Wohngebäude
  • Höhe: 274 Meter
  • Größe: 781 Wohneinheiten mit insgesamt 137.000 m2, 1.300 m2 Gemeinschaftsflächen, 1.400 m2 Gewerbeflächen
  • Fassadenfläche: 25.000 m2
  • Bekleidungsmaterial: Jura-Marmor (max. Plattenformat: ~1500mm x 900 mm, ~200kg)
  • verwendetes fischer Produkt: Zykon Plattenanker FZP II
  • Architekturbüro: Perkins Eastman
  • Bauträger: China Overseas America, Inc

Constantin Wiegert, 29, Abteilungsleiter Fassaden- und Brandschutzsysteme bei fischer SystemTec und Projektleiter 99 Hudson Street

„Als dualer Student im Bauingenieurwesen kam ich 2012 zur Unternehmensgruppe fischer. Nach dem Studium trat ich 2015 meine erste Stelle als Anwendungsingenieur an, wo ich fischer Kunden in vielfältigen Anwendungsfragen beraten und unterstützt habe. Während dieser Zeit entwickelte sich mein Interesse für die Vereinigten Staaten und den dortigen Markt. Da wir inzwischen dort sehr aktiv sind und u. a. in allen Stadtteilen von New York Projekte umsetzen, ergab sich 2016 die Gelegenheit, das Projekt 99 Hudson Street verantwortlich zu übernehmen. Es freut mich sehr, dass fischer auch in den USA als verlässlicher Partner für Großprojekte in der Fassade gilt. Dort wie auch in Europa arbeiten wir daran, unsere Kunden nicht nur zu begeistern, sondern ihre Erwartungen zu übertreffen.“

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