Innovative Sicherheit im Olympiastadion: SensorBolts von Fischer im Einsatz


Hochfeste Verbindungen, die präzise und dauerhaft überwacht werden können – das klingt nach Zukunft, ist aber bereits Realität. Im Münchener Olympiastadion wurden sogenannte SensorBolts von Fischer installiert, um sicherheitskritische Schraubverbindungen kontinuierlich zu kontrollieren.



Was sind SensorBolts?

Bei den SensorBolts handelt es sich um hochfeste Schrauben, die mit integrierter Sensorik ausgestattet sind. Die Sensorik wird am Schraubenkopf angebracht und misst die Vorspannkraft – also die tatsächliche Kraft, mit der Bauteile zusammengehalten werden. Im Unterschied zum reinen Drehmoment, das beim Anziehen gemessen wird, liefert die Vorspannkraft exakte Informationen über die Stabilität der Verbindung.

Die erfassten Daten – Vorspannkraft und Temperatur – werden per Funkmodul übertragen und können über Jahre hinweg dokumentiert und überwacht werden. Damit werden Schwankungen oder Belastungen durch Wind, Schnee oder Nutzung transparent nachvollziehbar.

Vorteile gegenüber herkömmlichen Verbindungen

Traditionelle Schraubverbindungen lassen nach der Montage kaum Rückschlüsse auf die anliegende Vorspannkraft zu. SensorBolts schaffen hier einen großen Mehrwert:

  • Langfristige Datentransparenz über 5–10 Jahre
  • Sicherheit bei kritischen Verbindungen, etwa bei Besucherplattformen oder Seilbahnen
  • Frühwarnsystem durch Schwellwerte, das Veränderungen sofort meldet

Einsatz im Olympiastadion München

Ein anschauliches Beispiel ist die Installation auf der Besucherplattform des Stadions. Dort sichern die Schrauben u.a. Punkte, an denen sich Gäste einhängen oder Aktivitäten wie Flying Fox stattfinden.

Die Montage erfolgt wie bei herkömmlichen Schrauben:

  • Die alten Schrauben werden gelöst und durch SensorBolts ersetzt.
  • Mit Drehmoment von 180 Nm vorgespannt und 250 Nm festgezogen, ergibt sich eine Vorspannkraft von ca. 100 kN.
  • Anschließend werden Funkmodule aufgesteckt, die die Datenübertragung sicherstellen.
  • Die Module sind wetterfest und verfügen über eine Akkulaufzeit von rund fünf Jahren.

Datenüberwachung in Echtzeit

Alle Informationen laufen in einem Dashboard zusammen. Dort können Ingenieure die aktuelle Vorspannkraft jeder Schraube einsehen, Trends erkennen und Abweichungen dokumentieren. Mit definierten Schwellwerten ist eine automatische Benachrichtigung möglich – sowohl für den Betreiber als auch für Fischer.

Bereits jetzt zeigt sich: Schrauben verlieren über die Zeit leicht an Vorspannkraft („Relaxation“), was dank der SensorBolts exakt nachvollzogen werden kann.

Ausblick

Aktuell läuft eine Pilotphase mit ausgewählten Kunden. Ab Ende des nächsten Jahres ist der Serienstart geplant. Damit könnten SensorBolts schon bald in vielen sicherheitsrelevanten Projekten Standard werden – von Stadionbauten bis hin zu Brücken und Industrieanlagen.

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