Holz trifft Beton:

Das sind Holz-Beton-Verbunddecken

Holz trifft Beton:
  „Wir wollen nicht nur über nachhaltiges Bauen reden – wir wollen es auch umsetzen“  
Professor Kromoser, Leiter Institut für Hochbau, Holzbau und kreislaufgerechtes Bauen an der BOKU Wien

Ein Tag auf der Baustelle – Wenn Theorie auf Praxis trifft

Bauherr und Professor für ressourceneffizienten Hochbau, Benjamin Kromoser, verbindet das Projekt Eigenheimsanierung mit seiner Forschung.  Auf seiner eigenen Baustelle in der Nähe von Wien kommt eine echte Innovation zum Einsatz: Die Holz-Beton-Verbunddecke.

Der Experte für ressourceneffizienten Hochbau, begleitet den ersten Prototypen dieser neuartigen Deckenkonstruktion von der Erforschung bis zum tatsächlichen Einbau und zeigt, wie sich Nachhaltigkeit, Tragfähigkeit und handwerkliche Präzision perfekt verbinden lassen. 
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Die Holz-Beton-Verbunddecke  verbindet dabei die Tragkraft von Beton mit der Flexibilität und dem geringen Gewicht von Holz – und das in einem System, das sowohl für Alt- als auch den Neubau gleichermaßen funktioniert.  Der Professor möchte dabei die Gebäudehülle so gut es geht erhalten:  „Wer ein Gebäude erhält, statt es abzureißen, spart CO₂, Energie und Ressourcen – das ist der wahre Weg zur Nachhaltigkeit." Zu dieser Wahrheit gehört aber auch, dass die Sanierung häufig kostenintensiver als ein Neubau ausfällt. Damit sich das ändern kann, muss auf dem Gebiet der energetischen Sanierung noch einiges an Forschung passieren. 

Vorteile von Holz-Beton-Verbunddecken

Die Kombination aus Holz und Beton bietet ein starkes Gesamtpaket:

  • Hohe Steifigkeit und Tragfähigkeit bei verhältnismäßig geringer Bauhöhe
  • Nachhaltigkeit durch optimierten Materialeinsatz
  • Verbesserte Gebrauchstauglichkeit: weniger Schwingungen, stabilere Konstruktion

Während Holzbalkendecken allein oft entweder zu dick oder zu schwingungsanfällig sind, verteilt sich in der Verbundbauweise die Last clever: Zugkräfte übernimmt das Holz, Druckkräfte der Beton. Entscheidend ist dabei die steife Verbindung zwischen beiden Materialien.

Neu ist die Verklebung anstelle klassischer Schrauben oder Bleche. Das macht die Verbindung deutlich steifer und somit leistungsfähiger.

Die ganze Story im Video:

Holz-Beton-Verbundsysteme in der Praxis - Die nachhaltige Bauinnovation der Zukunft

So kann das System eingesetzt werden:

  1. Variante Sanierung (Balken + Betonplatte)
    1. Decke wird in den Altbau „eingefädelt“
    2. Besondere Herausforderung: sichere Verankerung in den bestehenden Wänden
  2. Variante Neubau (Balken + Betonplatte)
    1. Decke wird auf Mauerkronen aufgelegt
    2. Einfachere Montage, gleiche Vorteile wie bei Sanierung
  3. Variante mit Brettsperrholzplatte + Betonplatte
    1. Durchgehende Holzplatten unten, Beton oben
    2. Sehr hohe Tragfähigkeit, geeignet für geringe Bauhöhen
    3. Einschränkung: keine Bauteilaktivierung (Heizen/Kühlen) möglich

Das größte Potenzial sieht Benjamin Kromoser in der Balken-Beton-Kombination: Wenig Materialeinsatz, gute Tragfähigkeit und nachhaltiger Ressourcengebrauch.

Bauteilaktivierung inklusive

Ein weiterer Vorteil: Die Betonplatte kann durch integrierte Kunststoffschläuche zum Heizen und Kühlen genutzt werden. Ein Pluspunkt für Energieeffizienz und Komfort. Das ist gelebte Forschung-

Montage auf der Baustelle

Die schweren Elemente – rund 4 Tonnen pro Stück – wurden mit dem Kran eingehoben. Insgesamt wurden 10 Decken-Elemente verlegt.

Die Elemente werden präzise in vorbereitete Aussparungen gelegt und mit den Randbalken verschraubt. Präzision ist hier entscheidend, denn kleine Abweichungen können Probleme verursachen.

Am Ende zeigte sich: Die Montage lief erfolgreich, die Maße passten, und die ersten Erfahrungen mit dem System sind vielversprechend.

Fazit

Das Projekt beweist: Holz-Beton-Verbunddecken sind ein zukunftsfähiges System für nachhaltiges Bauen. Sie kombinieren Stabilität, Ressourceneffizienz und flexible Einsatzmöglichkeiten – sowohl im Neubau als auch in der Sanierung.

Und so wird die Decke konstruiert:

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