Vorsatzschalen befestigen leicht gemacht

16. Oktober 2019

Die Familie wächst und plötzlich entsteht zusätzlicher Bedarf an Wohnraum. Leben – und Wohnen – bedeutet Wandel. Um hohe Zeit- und Arbeitsaufwände zu sparen, wird gerne auf Vorsatzschalen zurückgegriffen. Damit lassen sich neue Räume schaffen oder frei gewordene Flächen einfach umgestalten. Aber wie werden Vorsatzschalen befestigt? Wir zeigen dir, auf was du achten solltest.

Zwei Arten von Vorsatzschalen

Vorsatzschalen können eine Rundum-sorglos-Lösung sein. Neben dem einfachen Unterteilen von Räumen, verbessern sie außerdem den Wärme- und Schallschutz. Zumeist werden diese mit Gipskartonplatten beplankt. Grundsätzlich unterscheiden lässt sich zwischen direkt befestigten Vorsatzschalen und freistehenden Vorsatzschalen.

Was ist eine Vorsatzschale?

Eine Vorsatzschale ist im Bereich Trockenbau wie eine zweite Wand vor den Massivwänden eines Raumes. Sie wird entweder benutzt, um eine gerade Wandfläche zu erreichen, wenn der Untergrund marode oder krumm ist, oder um eine Innendämmung unterzubringen.

Direkt befestigte Vorsatzschalen

Direkt befestigte Vorsatzschalen sind ideal, wenn man einen geringen Platzverlust im Raum erreiche möchte. Sie erlauben in der Regel nur platzsparende Vorsatzschalen mit 30mm Aufbauhöhe. Dafür muss mehr Zeit für die Installation eingeplant werden. In zirka 1-Meter-Abständen muss jeder Ständer in der Wand befestigt und ausgeglichen werden. Befestigt werden diese mit einem Justierschwingabhängern. Im Anschluss werden die Vorsatzschalen in der Regel gedämmt und beplankt.

Freistehende Vorsatzschalen

Wer etwas mehr Platz zur Verfügung hat oder seinen Schallschutz verbessern möchte, baut freistehende Vorsatzschalen ein. Ein weiterer Grund für die freistehende Variante kann sein, wenn hinter der Vorsatzschale Installationen versteckt werden sollen oder wenn an dem dahinterliegenden Mauerwerk kein Trockenputz angebracht werden kann. Entsprechend sollten dann vorab die Leitungen verlegt werden.

Besserer Schallschutz und Wärmedämmung

Wer möchte schon gerne jeden Schritt im Nachbarzimmer hören? Manchmal reicht es nicht aus, dass die baulichen Normen für Schallschutz erfüllt werden. Auch bei nachträglich eingezogenen Wänden sollte der Schallschutz beachtet werden. Informiere dich am besten zu den gesetzlichen Regelungen bezüglich Dämmung. Grundsätzlich sollte bei der Wärmedämmung sorgfältig vorgegangen werden. So erzielst du das beste Ergebnis.

Bei der Innenwanddämmung mit Mineraldämmplatten muss der Untergrund eben, sauber und trocken sowie tragfähig sein. Unebenheiten können mit Spachtelmasse ausgeglichen werden. Schneide die Dämmplatten passend zu und verwende dann einen passenden Kleber, gegebenenfalls Leichtmörtel, für die Dämmstoffe. Mit einer mindestens 40 mm dicken Lage Mineralwoll-Dämmung in den Wandhohlraum verbesserst du gleichzeitig die Schalldämmung und die Wärmedämmung der mit der Vorsatzschale ausgestatteten Wand spürbar.

Achte darauf Wärmebrücken zu vermeiden. Der Abstand zwischen Profil und Außenwand sollte komplett mit Dämmstoff ausgefüllt werden. Der Schallschutz kann zusätzlich verbessert werden, wenn für die Bekleidung spezielle Schallschutzplatten verwendet werden. Noch ein kleiner Tipp: Große Möbelstücke wie ein Kleiderschrank kann ebenfalls eine Barriere für Schall bilden.

Montage von Anbauteilen in und an Wärmedämmverbundsystemen

Innendämmungen wirken sich nachteilig auf die Bauphysik aus. Wenn dennoch eine Innendämmung geplant und ausgeführt werden soll, dann müssen einige Punkte beachtet werden. Unter anderem werden damit besondere Anforderungen an die Befestigungen gestellt – bei einer einfachen Beplankung umso mehr. Wichtig ist auch der jeweilige Anwendungsfall. Zum Beispiel gilt es zu klären, ob Dicke und Gewicht des Anbauteils zur Befestigung passen. Es gilt, Wärmebrücken zu vermeiden und die auftretenden Lasten sicher in den Verankerungsgrund einzuleiten. Grundsätzlich müssen Dübel und Schrauben auf den Befestigungsuntergrund und Anwendungsfall abgestimmt werden. So schonst du das Trockenbaumaterial und vermeidest Risse und Ausbrüche. Mit Gipskartondübeln aus Kunststoff finden Spiegel, Bilder, Rauchmelder oder leichte Leuchten an beplankten Wänden beziehungsweise Decken festen Halt. Eine Neuentwicklung ist der fischer DUOBLADE, der speziell für die einfache und sichere Anwendung in Gipskartonplatten entwickelt wurde.

Für höhere Lasten in allen Plattenbaustoffen bietet sich beispielsweise der fischer DUOTEC an. Küchen- und Wohnzimmerschränke, Regale, Garderoben oder Spiegel werden mit dem Dübel sicher und fest angebracht, indem dieser hinter der Gipskartonplatte aufklappt. Achte darauf, dass sich genügend Hohlraum hinter der Platte befindet, damit der Dübel auch durchpasst, bevor er umklappt. Direkt montierte Vorsatzschalen haben oft zu wenig Hohlraum, damit diese Dübel verwendet werden können. Praktisch: Sind in einem kleinen Bereich hinter den Wandbauplatten Vollbaustoffe vorhanden, lässt sich der fischer DUOTEC auch als Spreizdübel verwenden. Alternativ bieten sich bei schweren Lasten natürlich auch Metalldübel an, zum Beispiel von fischer.

Für die Befestigung mittelschwerer Lasten sind die mechanischen Abstandsmontagesysteme wie der Thermax 8 und 10 ideal. Diese werden mit dem beiliegenden fischer Universaldübel UX befestigt. Für noch größere Lasten gibt es den Thermax 12 und 16, die mit den zugelassenen fischer Injektionsmörteln sicher verankert werden.

Vorsatzschalen beweisen: Es gibt nahezu immer Raum für Veränderung, um sich auf aktuelle Lebensphasen neu einzurichten. Dank geeigneter Gipskartondübel finden Möbel und Wohnaccessoires an dem Trockenbaumaterial festen Halt. Schallschutz und Wärmedämmung werden damit leicht gemacht.