Hohlbohrer: Sauberer und effizienter bohren

20. Februar 2019

Bohrstaub auf der Baustelle ist ein echtes Problem. Die Antwort darauf sind Hohlbohrer.  Für Staubschutz durch Hohlbohrer mit integrierten Absauglöchern gibt es eine Förderung. Aus guten Gründen: Gesundheitsschutz und Zeitersparnis.

Hohlbohrer sind Bohrköpfe mit einem integrierten Längskanal. Damit wird der Bohrstaub von der Bohrspitze bereits bei der Arbeit über den Adapter abgesaugt. Der Anwender kommt somit nicht mit dem Staub in Berührung. Diese Bohrer werden sich in Zukunft immer weiter durchsetzen.

Die vier wichtigsten Gründe für den Einsatz von Hohlbohrern sind:

  • besserer Arbeitsschutz, da sich Splitter und Staub nicht in der Luft verteilen
  • Zeit sparen, da kein Ausblasen und Bürsten des Bohrlochs notwendig ist
  • sauberer arbeiten, da der Bohrstaub direkt abgesaugt wird
  • sichere Verankerungen, da Bohrstaub im Bohrloch die Leistungsfähigkeit von Befestigungsmitteln verringert

Wir von fischer sind überzeugt von dieser Technologie und bieten ein System mit mehreren Produktvarianten, die kompatibel zu handelsüblichen Staubsaugern sind.

Warum es staubt, wenn gebohrt wird

Warum es staubt, wenn gebohrt wird

Bohrer mit Bohrwendel sind eine relativ neue Entwicklung. Jahrhundertelang nutzten Handwerker Bohrstäbe, die nur an ihrer Spitze geschliffen waren. Vorteile: Sehr saubere Bohrlöcher, die nicht ausfransen können, kein Verkanten und einfaches Nachschleifen. Nachteil: Das Bohrmehl blieb im Bohrloch und musste bei tiefen Bohrungen in regelmäßigen Abständen entfernt werden.

Bohrköpfe mit Bohrwendel ermöglichen Bohrungen in einem Arbeitsgang, weil Bohrmehl und Bohrstaub schon größtenteils beim Bohren an die Oberfläche befördert werden – und das dank Maschinenkraft in hohem Tempo. Bei der Arbeit mit leistungsstarken modernen Bohrmaschinen ist das Tragen von Schutzbrillen unverzichtbar, um Verletzungen durch herausschießendes Bohrmehl zu vermeiden. Hinzu kommt der feine Staub, der die Sicht auf das Werkstück behindert, im weiten Umkreis zu Verschmutzungen führt und die Atemwege schädigen kann.

Zum fischer Hohlbohrer

Bohren ohne Bohrwendel

Bestenfalls hattest Du bisher beim Bohren eine hilfreiche Hand zur Seite, die den Staubsauger hält, andernfalls mussten Handwerker mit Augen- und Atemschutz arbeiten, um sich nicht durch mineralischen Staub oder sogar Gefahrstoffe zu gefährden. Zusätzlich zur primären Staubentwicklung entstehen in Bohrlöchern durch die Reibungshitze je nach Material unkontrollierbare Nebenprodukte. Insgesamt bringt jedes Bohrloch Dreck auf und in der Bohrmaschine, auf der Arbeitskleidung und im Umkreis der Bohrung. Dank Hohlbohrer wird das anders. Die Umstellung auf Bohrgestänge ohne Wendel ist nur optisch gewöhnungsbedürftig. Die Bohrwirkung bleibt erhalten. Wer zum ersten Mal mit einem System wie den FHD Hohlbohrern von fischer arbeitet, hat das Gefühl, dass es viel zu einfach ist, ein Loch zu bohren, da das Bohrmehl und die spektakuläre Staubwolke fehlen.

Hohlbohrer: Sauberer und effizienter bohren

Mit Hohlbohrern läuft alles glatt

Als zusätzlicher Nebeneffekt reduzieren Hohlbohrer ohne Bohrwendel das Risiko, dass sich der Bohrkopf seitlich festfrisst oder irgendwo hängen bleibt. Das erhöht die Arbeitssicherheit und die Anwendungsmöglichkeiten in den unterschiedlichsten Materialien.
Ohne Bohrmehl, das bei einem herkömmlichen Hammerbohrer außen am Bohrer vorbei durch das gesamte Bohrloch transportiert werden muss, gibt es auch keinen Schmirgel-Effekt oder zusätzliche Reibungsverluste. Bohrlöcher werden dadurch insgesamt sauberer – auch im Profil.

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Bohrmehl – das unterschätzte Risiko

Die Gesundheitsschäden, die durch Bohrmehl hervorgerufen werden können, sind nur einer von mehreren Risikofaktoren. Wie Mehl, das beim Backen verwendet wird, um zu verhindern, dass Gebäck in einer Form festklebt, kann Bohrmehl die Reibung zwischen Anker und Baustoff drastisch verringern. Dr. Christian Schlenk, der sich als Chemiker bei fischer mit diesem Problem beschäftigt, hat nachgewiesen, dass die Tragfähigkeit in nachlässig gereinigten Bohrlöchern um bis zu 50 Prozent geringer sein kann. Das gilt für mechanische und für chemische Dübel gleichermaßen.

Staubschutz

Der Staub legt sich als Separationsschicht zwischen Verankerung und Mörtel. In horizontalen Bohrlöchern kommt durch die Schwerkrafteinwirkung eine ungleichmäßige Verteilung dazu, die eine Berechnung der Haltekräfte zu einem Roulette-Spiel macht.

Bohrmehl in grobkörnigen Materialien verhindert zudem, dass Du die richtige Setztiefe der Dübel erreichst, weil das Bohrloch blockiert wird. Beim professionellen Setzen von Bohrlöchern wurden diese bisher ausgebürstet und ausgeblasen. Das setzt aber zusätzlichen Bohrstaub frei, der auf den Zähnen knirscht, im Rachen kratzt und in der Lunge brennt.

Feinstaub direkt vor unserer Nase

Staub ist nicht gleich Staub. Was zu Boden rieselt, ist bei den meisten Materialien relativ ungefährlich. Teilchen und Fasern, die noch lange in der Luft schweben, können Augen, Schleimhäute, die Haut und Atemwege reizen. Ohne äußere Einflüsse wie Wind, Wärme oder Elektrostatik kann es sieben Stunden oder länger dauern, bis ein 1 Mikrometer großes Staubkorn einen Meter nach unten gesunken ist.

Feinstaub direkt vor unserer Nase

Alles, was kleiner als 10 Mikrometer ist, wird als einatembar (E-Staub) gewertet. Einiges kann unser natürliches Filter- und Reinigungssystem in Nase, Rachenraum und Lunge selbst unter Kontrolle halten, Feinstpartikel (alveolengängiger Staub, A-Staub) mit weniger als 2 Mikrometer erreichen aber auch die tiefen Atemwege und Lungenbläschen – und bleiben dort.

Mineralische und besonders quarzhaltige Stäube können so zu Silikose (Staublunge) führen. Diese und andere Konglomerate aus verschiedenen fein zermahlenen Chemikalien können sogar das Erbgut schädigen oder Krebserkrankungen hervorrufen. Informationen zum Umgang damit finden sich in den Technischen Regeln für Gefahrstoffe (TRGS 559 – Mineralischer Staub, TRGS 900 – Luftgrenzwerte, TRGS 903 – Biologische Grenzwerte und TRGS 905 – Verzeichnis krebserzeugender Stoffe) und in der ATEX-Richtlinie. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft veröffentlicht zudem regelmäßig die MAK-und-BAT-Werte-Liste.

Staubschutz oder Staub eindämmen?

Handwerker müssen sich so weit wie möglich vor Staub schützen. Es gibt hoch entwickelte Atemschutzgeräte, die aber immer die Bewegungsfreiheit und die Sicht einschränken oder nicht für hohe Temperaturen geeignet sind. Ein Absaugbohrer ist Bohrkopf und Staubsauger-Rohr in einem. Mit einem internen Kanal wird das Bohrmehl gleichmäßig und ohne Verstopfungen abgesaugt. Damit entfällt auch die Notwendigkeit, das Bohrloch auszubürsten oder auszublasen, wenn der Hohlbohrer in der jeweiligen ETA-Zulassung der chemischen Befestigungslösung geregelt ist. Die Reinigungswirkung wurde so optimiert, dass der Reinigungsgrad die Vorgaben für Befestigungssysteme erfüllt.

Bei Bauteilen mit Dutzenden oder sogar Hunderten von Bohrlöchern erspart das Arbeiten mit dem Hohlbohrer bis zu 40 Prozent an Arbeitszeit – oder eine zusätzliche Arbeitskraft.

Arbeitsschutzprämie für Hohlbohrer

Die BG Bau unterstützt Maßnahmen und Anschaffungen, die dem Arbeitsschutz dienen, finanziell. Saugbohrer von fischer gehören zu den Investitionen, für die Du eine Prämie von der BG Bau beantragen können. Die Prämie für unsere Hohlbohrer kann bis zu 200 Euro betragen. Mehr Informationen dazu findest Du hier.

Für wen lohnt sich ein Absaugbohrer?

Saugbohrer wurden für den Einsatz im professionellen Handwerk entwickelt. Die Zeitersparnis und Sauberkeit machen sich vor allem bei einer hohen Auslastung bemerkbar. Die Umstellung kann ohne spezielle Schulungen erfolgen, da sich am System des Bohrens nichts ändert. Das Aufstecken des Anschlusses zum Staubsauger ist selbsterklärend und eine Zentrierspitze an den Hohlbohrern ermöglicht auch auf glatten Flächen sauberes Bohren ohne Verlaufen.

Für wen lohnt sich ein Absaugbohrer?

Mit Hohlbohrern brauchst Du keine neuen Zubehörteile. Passende Staubsauger der Leistungsklasse M sollten sowieso schon vorhanden sein. Sie zeichnen sich durch einen Filter aus, der Stoffe mit mittlerer Gesundheitsgefährdung aufnimmt. Außerdem wird bei ihnen die Luftgeschwindigkeit im Staubsauger gemessen.
Eine weitere Reinigung des Bohrlochs durch Bürsten, Druckluftgeräte und Gebläsedüsen kann wegfallen.

Vielseitig einsetzbar: Hohlbohrer eignen sich für alle trockenen Werkstoffe, die beim Bohren nicht verklumpen oder schmelzen.

Deine Vorteile im Überblick

  • bohren und gleichzeitiges Reinigen des Bohrlochs
  • sichere, stark staubreduzierte Befestigung
  • weniger Verklemmen von Bohrern
  • weniger Bohrstaub in der Luft, egal in welchem Winkel gebohrt wird
  • mit SDS Plus und SDS MAX Aufnahme
  • Bohrkopf mit Zentrierspitze für sauberen Ansatz
  • Verschleißmarken, um Verschleißgrenze zu erkennen
  • Reinigungsbürsten, Ausbläser und Druckluftsysteme werden nicht mehr benötigt, wenn die Hohlbohrer in der ETA-Zulassung der chemischen Befestigungslösung geregelt sind

Hohlbohrer FHD

Hohlbohrer für staubarmes Bohren sowie effizientes und sicheres Verankern.

Zum Hohlbohrer FHD

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